Zwischenzeile

Hofer in der New York Times. Nicht einmal dort entkomme ich diesem Sumpf. Ein wesentlicher Satz in diesem Interview:

In the interview, he repeatedly expressed hope that Mr. Trump’s victory will lead to relations’ being mended between the United States and Russia.

Sanctions against Moscow over its seizure of Crimea and meddling in Ukraine should be lifted, he said, “because they have not moved anything politically,” yet “have affected the economy and destroyed jobs.”

Ist euch schon aufgefallen, dass es 2016 keine einzige demokratische Entscheidung gegeben hat, die gegen russische Interessen entschieden worden wäre? Das auch im Artikel erwähnte Wunder wäre also nicht eine Bestätigung der Serie, sondern ein aufmüpfiges kleines Völkchen, das diesem Stream widerstehen würde.

Hass vs. Angst

Das Gespenst der rohen Sprache geht um. Interessant an meiner Timeline in Sozialen Medien ist aber der Umstand, dass ich Unmengen an Aufforderungen lese, sich zu mäßigen, ich aber nie bis selten tatsächlich auf Hasspostings stoße. Damit will ich diese nicht verharmlosen, ich will erstens nur feststellen, dass ich es mir in meiner Blase gemütlich eingerichtet habe. Das erlaubt es mir wohl auch, einen Schritt zurückzutreten und mir zu betrachen, was auf meiner Seite der Debatte so passiert.

Hier fällt mir nämlich auf, dass sich ein Zustand der Vergangenheit zurück gewünscht wird. Die Zeit, in der es noch gemäßigt und zivilisiert zuging. Ich kann mich gut an diese Zeit erinnern. Ich bezweifle, dass diese Zeit friedlicher gewesen ist. Ich weiß, dass es in dieser Zeit genauso viele Trolle gegeben hat. Ich kann mich an diese gut erinnern. Es war nur anders sanktioniert. Die Menschen hatte mehr Angst vor Konsequenzen ihres Handelns.

Hier möchte ich einhaken. Ich wünsche mir diese Zeiten nämlich nicht zurück. Wenn die Menschen sich trauen, in der Öffentlichkeit das zu sagen, was sie auch denken, finde ich das prinzipiell gut. Es ist schade, dass es so viel Dummheit gibt, die nun publiziert wird. Aber diese Dummheit zu unterdrücken ist nicht der richtige Wege, um diese zu verhindern. Es ist mir lieber ich weiß, wieviel Dummheit um mich herum existiert. Ich will nicht raten, vermuten müssen. Jetzt wissen wir es. Jetzt können wir ansetzen.

Und damit können wir endlich aufhören, alles befrieden zu wollen. Der Hass muss Gegenwind erfahren, bestärkt wird er ja durch Widerspruchsfreiheit. Diese verleitet dazu, zu  meinen, man hätte Recht mit der eigenen rohen Aussage. Die Sanktion muss auf eine andere Ebene gehoben werden. Es geht nicht mehr um den moralischen Zeigefinger durch strenge Autorität die wohl zwanzig Jahre zuvor geherrscht hat. Nutzen wir die anti-autoritäre Freiheit der Gegenwart dazu, endlich auch in Öffentlichkeit zu streiten und zu widersprechen und zeigen den gefühlt 80% Dummköpfen in diesem Land, dass 90 % gescheite, empathische Inländer auf sie warten.