Jäger & Sammler
"Im Feudalismus hingegen besitzt ein abgewirtschaftetes Führungspersonal die rechtlichen Mittel und meist auch die Skrupellosigkeit, den eigenen Untergang durch das sinnlose Opfer von Abhängigen am Altar der eigenen Unfähigkeit endlos hinauszuzögern."
"Das Problem an der Post-Belle-Époque-Misanthropie liegt in einem schweren Denkfehler: Sprächen wir jetzt von Afrika oder Asien anstatt von Europa, hätte sich die Geschichte nicht anders entwickelt. Der Keim zur Tyrannis liegt im Menschen an sich, nicht in der Rasse oder dem Geschlecht."
—  Der Karlibrie antwortet dem Karligraphen.

Die Diskussionskultur der Mutbürger - PHSBLOG.AT – Philipp Sonderegger's politischer Blog.

Der Mutbürger-Stammtisch könnte sehr vom Know-How der Audimaxist/innen profitieren. Trotz politischer Differenzen halte ich ihn für eine gute Sache, weil die Politisierung von Bürger/innen der Demokratie als ganzes nützt. Deshalb fände ich es wichtig, rasch auf das Manko mangelnder Gesprächskultur zu reagieren. Es wäre eine vertane Chance, wenn die Mutbürger ihre Lust auf Engagement bald wieder verlieren. Ich bin sicher, es finden sich ein paar Audimaxist/innen, die gerne helfen.

Googles Think Tank stößt Debatte um neues Urheberrecht an | heise online

Laut dem von ihm vorgestellten Entwurf soll die “naturrechtliche Eigentumslogik” des bisherigen Systems ad acta gelegt werden. Parallel müssten Ausschließlichkeitsrechte für Verwerter “gut begründet werden”, erläuterte der Jurist. Es sei zwar prinzipiell weiter erforderlich, kreative Leistungen zu schützen. Die bisherige urheberrechtliche Grundidee, dass dafür Schöpfern Monopolrechte als “Anreize” gewährt werden müssten, gehöre aber auf den Prüfstand.

"Wo soll man das Wählen von Volksverhetzern denn sonst politisch verorten? Seit Jahrzehnten werden die Wähler aller anderen Parteien von FPÖ-Wählern systematisch verunglimpft: Gutmenschen, Naivlinge, Multikulti-Deppen. Wer nicht FPÖ wählt, stimmt für Sumpf, Proporz, Korruption und Lüge. Aber ÖVP und SPÖ sind zu feig, ihre eigenen Wähler zu verteidigen, weil sie auf die FPÖ-Klientel schielen. Da werde ich Leute, die rechtsradikale Volksverhetzer wählen, wohl noch rechtsradikal nennen dürfen."
"Wir sollten nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft sich aufgrund der krassen Unfähigkeit, einen ernstgemeinten Diskurs aller Beteiligter zu führen, spalten lässt."
"Nun, mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung ist keineswegs die Verpflichtung verbunden, so jemanden lieben zu müssen. Zur Meinungsfreiheit gehört nämlich auch das Recht, künftig eine ausgesprochen schlechte Meinung von Herrn Sarrazin zu haben."
"Wäre es nicht vorbildlicher, den Berg mal wieder hochzukraxeln, überzeugt Niet, Basta oder NoFuckingWay zu rufen, um anschliessend mit handfesten Argumenten das «realpolitisch» möglichst braun vermutete Stimmvolch von fixen xenophoben Vorstellungen zu erlösen? «Realpolitisch gibt es keine Alternative» – Je öfter ich diesen Satz lese, desto würger würgts mich."

Jetzt aber mal halblang!

Dieses Griechenland-Bashing in meinem Nachbarland geht mir gehörig auf die Nerven. Wir müssen der Realität ins Auge sehen: Welche Alternative gibt es? Wenn wir es nüchtern betrachten: KEINE. Jeder, der jetzt Ausschluss aus der EUR-Zone fordert, bringt damit den Nord-Süd-Konflikt, der jetzt zumindest am Mittelmeer seine Grenze gezogen bekommt, wieder an die Alpen und Pyrenäen. Wollen wir das wirklich? 

Deutschland handelt nach den historischen Erkenntnissen korrekt, geradezu vorbildlich, wenn es diesmal Frieden statt Waffen hortet. Nichts anderes erleben wir gerade: Es geht um einen teuer erkauften sozialen Frieden innerhalb der europäischen Union und das ist ein großer Fortschritt in unserer Geschichte. Aber niemand sieht die politische Dimension, rundherum nur neidische, aufgeputschte Memmen, die gar nicht wissen, wie gut es ihnen eigentlich geht.

Ja, mit dieser Rücksicht auf die Menschen im Süden handle auch ich gegen meine Interessen, weil damit wird die erhoffte soziale Revolution ebenso ins ferne Zukunft verschoben. Die Menschen lernen nämlich nichts, wenn sie nicht auf die Nase fallen. Das ist ein trauriger Fakt. Aber kann ich als Humanist wirklich gegen den politischen Frieden argumentieren? Nein, wenn die Revolution Opfer bedeutet, dann ist sie nicht mehr wert als der Kapitalismus, diese Bestie! 

Nie wieder Krieg. Niemals vergessen!

Aus Prinzip.

Mein Alltagsdiskurs wird vorläufig von der Abgrenzung zwischen Marxismus und Anarchismus geprägt. Diesen ewigen Streit habe ich lange Zeit aus Nichtwissen und Unkenntnis nicht verfolgt. Viele Irrtümer wären mir da erspart geblieben. Das viele Nachdenken hat mich auf ein schönen Gleichnis gebracht:

Stellen wir uns das Paradies vor. Wäre ich Marxist, wäre mein Paradies eine einzige Fluc-Wanne und es würde den ganzen Tag “Dub-Step” laufen. Das wäre für viele Menschen die Hölle, aber von oben bestimmt, müssten alle das Gleiche mögen, sonst käme das ganze Paradies durcheinander. Als Anarchist kann ich berechtigterweise davon ausgehen, dass in MEINEM Paradies täglich viel “Dub-Step” zu hören sein wird. Jedem das seine, “whatever works”. 

Es stellt sich für mich keine Frage, auf welcher Seite ich stehe.

Standesgemäß formuliert heißt es nun so: Geht es um die Gleichheit in einem befreiten System, oder um die Freiheit innerhalb eines solidarischen Systems.

Chomsky: Health bill sustains the system’s core ills | Raw Story

“It didn’t have ‘political support,’ just the support of the majority of the population,” Chomsky quipped, “which apparently is not political support in our dysfunctional democracy.”

The provision…

Das Gleichheits-Syndrom

Ich habe immer so meine Probleme mit großen Verschwörungstheorien. So auch mit dem ganzen lustigen google-bashing. (siehe 1 und 2) Meine Skepsis beruht auf dem Umstand, dass insbesondere Verschwörungen aus dem us-amerikanischen Umfeld in ihrer Ideenwelt zutiefst reaktionär sind und sich nicht von rechtsrechter Paranoia abzugrenzen vermögen.

Diese Kritik verteidigt immer das Prinzip der liberté und übersieht, dass in den Grundzügen der Französischen Revolution das Wörtchen egalité eine ebenso nicht unbedeutende Rolle einnimmt. Gleichheit dürfte US-Amerikanern aber wohl ein rotes Tuch sein, gerät in die Ecke des Kommunismus und wird verdammt wie Pech und Schwefel. Diese Ideenwelt ist mir zu eng.

Bei der Google-Paranoia stören mich konkret zwei Punkte:

  1. Datenarchiv:
    Wenn sich jemand für meine Meinung und meinen Geschmack interessiert, so bin ich doch nur froh! Keine Bewegung, die ich im Netz unternehme, mache ich für mich alleine, sondern mit dem Ziel, diese Erkenntnisse mit meinen MitsurferInnen zu teilen. Dies ist der wunderbar altruistisch-utopische Ansatz der gesamten web 2.0 - Bewegung. Wieso sollte ich also etwas dagegen haben, wenn ein Unternehmen diese Arbeit für mich unternimmt? Es erspart mir damit viel Zeit und Geld und - was das wichtigste ist - sichert mir vielleicht ein Quäntchen meines Nachlasses für kommende Generationen. Es wird hier der Traum eines globalen Bewusstseins gelebt, why not?
  2. Profit mit den gesammelten Daten:
    Es gibt nichts, rein gar nichts, was in Amerika gegründet wird und nicht dazu angelegt ist, Profit zu machen. Viele Europäer sind in dieser Hinsicht unglaublich naiv. Natürlich ist es der Zweck von google, Geld zu verdienen. Es gäbe keinen anderen Weg, die geplanten Ziele durchzusetzen. Dass kapitalistisches System zu Clustern führt, hat Karl Marx im 19. Jhdt. schon eingehend analysiert, daher darf uns dies ebenso nicht wirklich überraschen. Aber es gibt hier noch einen wesentlichen Punkt: Jeder Konsument ist seines eigenen Glückes Schmied! Wer sich von Werbung zum Konsum verleiten lässt, hat es nicht anders verdient. Dass Google mit Werbung Geld verdienen möchte, werfe ich dem Unternehmen nicht vor. Was sollten sie sonst auch machen? Die Macht, vor der wir so Angst haben, geben wir ihnen. Wir haben die Macht, diese Angst zu bezwingen.
    Ich finde diese KonsumentInnen-Ängste-Debatte so unglaublich öde und krank, weil sie von einer unglaublichen Ohnmacht ausgeht, die es überhaupt nicht gibt. Der eigenverantwortliche Konsument wird in diesem Diskurs mit einem Sklaven der Arbeit verglichen. Hier habe ich überhaupt kein Mitleid, im Gegenteil, es ist unglaublich zynisch, diesen Diskurs mit Beispielen aus der Vergangenheit zu vergleichen. Es geht hier nicht um das nackte Überleben, sondern um die Sicherung von Luxus. Es geht hier nicht um das tägliche Brot, sondern darum, ob ich mir die nächste Generation eines Flatscreen-Monitors leisten kann.
    Die Menschen verstehen nicht, dass sie an ihrer existentiellen Misere selber schuld sind und schieben die Angst und die Lösung auf Politik und Unternehmen, die gefälligst für sie Denken und Arbeiten sollen. So wird sich aber nichts ändern. Und ich weigere mich, diesem Mangel an Selbstvertrauen auch nur einen Zoll recht zu geben.

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