Jäger & Sammler

BMW bezahlte für Hoch "Cooper"

Alle reden zur Zeit von Hoch Cooper. Von Erfrierungen, geplatzten Leitungen und gedrosselten Gaslieferungen aus Russland. Von knapp 200 Kältetoten. Das hat sich BMW wohl ein wenig anders vorgestellt. Der Automobilkonzern sicherte sich schon vor einiger Zeit die Patenschaft für das Sibirienhoch, um damit in moderner, hipper Guerilla-Taktik für seinen Mini Cooper zu werben.

"Wenn die Freunde des geistlichen Volkslieds besonders gut drauf sind, singen sie das aus Südtirol stammende Lied „Gott hat alles recht gemacht durch seine Händ’“. Naturgemäß erheben sie dabei ihren Blick zum Himmel, der ja laut Psalm 19 ebenfalls „seiner Hände Werk“ rühmt. Würden sie stattdessen einander näher ansehen, kämen sie schnell darauf, dass Gott einiges nicht recht gemacht hat, zum Beispiel die Zähne. Selbst Befürworter der Schöpfung sagen hin und wieder, dass dieser Komplex dem Herrn ein wenig aus dem Ruder gelaufen sei, weswegen jetzt ständig nachgebessert werden müsse – je länger, je mehr. Dass Gott im Lied trotzdem gelobt und sogar mit dem Jodler „Hoidiridl drididljo“ belohnt wird, hängt vielleicht mit der Überlieferung zusammen: Die Brüder Heinrich und Anton Mulser aus Kastelruth, von denen das Lied stammt, waren blind."
—  Streiflicht.
Süddeutsche Zeitung, Di. 22. Nov. 2011