Die Maler im Teufelsmoor
Es muss unter den wenigen hundert Bewohnern Worpswedes ein seltsames Schauspiel gewesen sein, als im Sommer 1884 erstmals ein Künstler aus der Stadt zu ihnen ins Dorf fand und – statt wie sie im Boden nach Torf zu graben – in den Himmel guckte und da ein Licht entdeckte, von dem man ihm in den Akademien zwar erzählt, das er in den Ateliers der Kunsthochschulen jedoch noch nie gesehen hatte.
Neujahrskonzert
Was fasziniert uns an einem Orchester? Wir bewundern wohl den beispiellosen Willen zur Synchronisation einer Menschengruppe. Wenn diese These stimmt, dann müssen wir unser Bild von Disziplin und Individualismus relativieren. Wenn wir die Interviews der großen Interpreten klassischer Kunst lesen, ist der Hinweis auf die innewohnende Strenge der Arbeit auch immer ein gern gefallenes Wort.
Kultur definiert das Bild unserer Gesellschaft für nachfolgende Generationen. Daher frage ich mich, ob wir es uns wirklich leisten können, eine so undemokratische und nicht mehr zeitgenössische Ästhetik derartig zu hofieren? Ist es nicht so, dass der andauernde Hinweis auf die Unzulänglichkeit demokratischer Kultur in der Kunstproduktion DER Stachel in der Wahrnehmung unserer Gegenwart ist?
Als Künstler lebt man in einer verfassungsfeindlichen Realität. Es ist ein trauriger Zufall, dass ausgerechnet in Österreich alles als so “unpolitisch” interpretiert wird. Wir machen es uns damit viel zu einfach und hier vermisse ich empfindlich das immer so gern angebrachte Insistieren auf Stringenz. Stehen wir doch endlich zur Realität unserer Gegenwart und eliminieren den Mief autokratischer Ideen!











