Logbuch

  • Warten wir mal ab, was mit Hollywood passiert. Darauf bin ich wirklich gespannt! Wann werden die ersten Blockbuster erscheinen, die eine eindeutigen Project 2025 Handschrift tragen werden? Wird das frontal kommen oder hinten herum? Welche Schauspieler:innen, Regiseur:innen und Produzent:innen werden als erstes umfallen? Werden sie Widerstand zeigen und gegen den Strich produzieren? Ich bin pessimistisch. David Lynch ist tot.

    Auch bei der Musik bin ich gespannt. Wie wird sich das nächste Album von Taylor Swift oder Beyoncé anhören? Wird Kendrick Lamar so wie Ye umfallen? Wird Public Enemy ins Gefängnis wandern?

    Die „Philosophen“ der Paypal-Mafia beziehen sich ja eindeutig auf Hollywood und betonen, dass die Imaginationskraft der Blockbuster ihnen dabei hilft, ihre libertären SciFi-Polit-Träume umzusetzen. Diese Imagination müsste natürlich subtil passieren, sonst würde es schnell durchschaut werden. Die Klerikalfaschisten in der gegenwärtigen Koalition sind aber keine Freunde der feinen Klinge. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie sich dieser medienindustrielle Komplex weiterentwickeln wird. Rechnen wir am besten mit allem.

  • Festland

    Wenn ich jetzt im Karlender über die Architektur in Devon nachdenke, während ich meine Reise nach Dartington Hall Revue passieren lasse, fällt mir auf, was ich vor allem von meiner Reise über die Bretagne nach Südwestengland mitgenommen habe. Mir war nicht bewusst, wie eng Großbritannien und die Bretagne miteinander verbunden sind. Durch den Ärmelkanal verbunden, ist hier ein Kulturraum entstanden, ähnlich dem, den ich von der Adria oder gar vom Mittelmeer kenne.

    Ich muss an Albert Camus denken. Seine Antwort auf die Gräuel des nationalsozialistischen Deutschlands und der stalinistischen Sowjetunion war die Vision eines „mediterranen Europas“. Er sah die gemeinsame Kultur mehr in der gemeinsamen Küste als im gemeinsamen Land. Ich lebe hier im Hinterland der Barbaren und kann ihn verstehen. Wenn man vom Festland kommt, denkt man an das Land und die Menschen durch die gemeinsame Landmasse. Die Menschen an der Küste fragen sich, was jenseits des Meereshorizonts zu finden ist. Ist es nicht logisch, dass diese geografische Neugier auch eine andere Sicht auf die Welt mit sich bringt? Ich jedenfalls bin ganz klar ein Küstenmensch. Das wollte ich nur einmal geschreiben haben.

  • Spiegelungen

    Mit dem Internet brach über meine Generation so ein verdammtes Selbstoptimierungsvirus herein, das mich in der täglichen Konfrontation mit Timelines und Selbstportraits nur noch anwidert. Zunächst habe ich darauf reagiert, indem ich Menschen aus meinen Fotografien verbannt habe. Der Versuch einer Reaktion auf diese Eitelkeit. Aber durch den Umstand, dass ich auch selber Apologet dieser Krankheit bin, muss der Bruch noch tiefer gehen. Ich denke hier an einen Bildersturm bei Instagram.

  • Ich verstehe die ICE Beamten nicht. Wurden die jetzt wirklich alle ausgewechselt? Trump ist jetzt ganze zweieinhalb Monate im Amt. Das sind doch zum größten Teil noch die gleichen, oder? Täglich liest man schauerliche Geschichten von der US-Grenze, von Inhaftierungen aufgrund der abstrusesten Verdächtigungen. Haben diese Beamten tatsächlich so lange ihr Arschlochsein unterdrückt oder sind das tatsächlich Weisungen von oben? Wir sehen hier Hannah Arendts Banalität im Live-TV. Es hat nicht einmal ein halbes Jahr gebraucht.

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