Musik

  • Wiener Gas

    Vor zwei Jahren (!) hat die Armee der Russischen Förderation die Ukraine angegriffen. Seitdem sprechen alle wieder vom Gas. Wir wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Leopoldau, das Gas umgibt uns hier, auch wenn man versucht, es vor uns zu verstecken. Post-industrieller Wohnbau, der uns kalt erwischt.

  • Suivant von Lamasz and Grandbruit

    Lamasz and Grandbruit’s second collaborative effort, Suivant, is a texturally dreamy seven piece record. Their freshman album was released on their own label Florina Cassettes and set the stage for the brothers’ artistic vision. The ethereal sound on this new record is the result of their two distinct sounds that come together cohesively within a natural progression of lo-fi loops.

    Grandbruit is creating pieces primarily from field recordings and guitar loops. The Montreal native utilizes the banalities of everyday life and his city’s landscape as inspiration for his music. Lamasz makes dreamy lo-fi ambient greatly inspired by visual arts. He mainly uses tape loops to create beautiful soundscapes that can either be background or deep listening music. His albums were released by label such as Stereoscenic, Past Inside the Present, Giraffe tapes and his own Florina Cassettes.

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    ©2023 élan vital recordings

  • Gegen den Stream

    Ein ungeheuer wichtiges Interview mit Jamal Hachem, dem Gründer von Affine Records, im Magazin der mica über die mögliche Zukunft des Musikgeschäfts:

    Ich will das 15-jährige Jubiläum dafür nutzen, um zu beschreiben, in welche Bereiche diese monopolistische Streaming-Vorherrschaft ausstrahlt. Und was wir tun können, um sie zu brechen. Es geht mir also nicht nur um eine Bestandsaufnahme oder einen akademischen Diskurszirkel, sondern vor allem um Lösungsansätze, die uns als Independent-Labels und somit den vertretenen Artists kollektiv einen Ausstieg aus der Streaming-Despotie ermöglichen soll, um in weiterer Folge ein neues und besseres System zu entwickeln.

    Es geht um neue Standards, die den Ist-Zustand brechen. Das ist möglich, indem wir aufbegehren. Damit meine ich nicht, dass wir in Streik treten gegenüber einem Konzern wie Spotify. Es geht darum, dass wir ihn und ähnlich handelnde Akteure nicht mehr als legitime Spielteilnehmer erachten. Ich habe keine Lust mehr, eine Maschine zu füttern, die uns noch weiter an den Rand drängt und uns letztendlich auffressen wird.

    Quelle: „DIE GEMEINSAME ABLEHNUNG EINES SYSTEMS, VON DEM NIEMAND PROFITIERT“ – JAMAL HACHEM (AFFINE RECORDS) IM MICA-INTERVIEW
  • Werkstattschau

    Im Proberaum entwickeln wir neue Nummern. Hier zwei kurze Einblicke auf zwei Jam-Sessions im Sendeschluss-Proberaum.

    thesirteens.com

  • What We Do For Others

    Das neue Album von Dorian Concept, ganz großes Kino!

  • La Grande Bellezza

    Alle reden von Italien und ich muss es zugeben: Bei der EM war ich in der Fankurve der Azzurri und dass sie den Song-Contest gewonnen haben, finde ich ganz großartig. Aber wirklich geändert habe ich meine Meinung nach meinem Besuch in Rom (Ostern, 2016) weil diese Stadt einfach nur großartig ist.

    Seitdem bin ich auch ein richtig treuer Fan des kleinen Techno-Labels Spazio Disponibile, weil deren düsterer Minimal-Techno so viel besser passt, als das Klischee der Disco-Filter-Hypes. Zumindest zu Rom. Rom ist auf so faszinierende Weise dark und späte Nacht bzw. früher Morgen.

    Im Folgenden nun zwei Hinweise auf brilliante Tunes dieses Label, die meine Liebe vorstellbar machen sollen:

  • Sault

    Von Sault gibt es nichts außer die Wellen. Es gibt keine Pressefotos. Keine Pressetexte. Keine Videos. Niemand weiß, wer Sault ist. Die Musik spricht aber für sich und diese ist sensationell:

    Update: Alle Alben von Sault sind inzwischen wieder offline. Wer sich die Sachen nicht rechtzeitig gezogen hat, ist nun offline. Tja.

  • ESC Roundup

    Meine persönlichen Favoriten dieser heurigen Show sind ganz klar die Ukrainer, das liegt v.a. an einem Feature, dass ich über die ukrainische Musik-Szene im Zeitton auf Ö1 gehört habe. Seitdem hab ich sehr großes Interesse:

    Aber auch die Sieger sind wohlverdient, das Publikumsvoting hat guten Geschmack bewiesen und bestärkt mich in der Vermutung „the kids are alright“:

    P.S. Übrigens der Beitrag aus der Ukraine bezieht sich auf eine Tradition, die beim schönen Projekt https://www.polyphonyproject.com/en archiviert wird.

  • Spotify / Musiness

    Das mit der Musikindustrie ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen und es ist gut, dass endlich einmal darüber geredet wird. Für eine Zukunft, die fairer mit dem Share des umlaufenden Geldes umgeht, wäre ich für ein Modell zwischen Abo & Bandcamp. Ich finde es fein, wenn mehr und mehr User*innen bereit sind, monatlich einen Betrag für das Musikhören auszugeben, weil ich glaube widerrum auch nicht, dass wir jemals wieder zu einem Volumen des Einzelkaufs zurückkommen bzw. wäre bei einem solchen Schritt ja nicht mehr Geld auf dem Markt, sondern es wäre die alte Leier einer weiteren konzentrierten Verteilung unter jenen, die es sich leisten können, Musik am klassischen Wege zu produzieren. Ich finde es schon gut, dass der Vertrieb von Musik so wesentlich niederschwelliger geworden ist. In der Doku von TRACKS/Arte (siehe unten) gibt es einen Vorschlag, der mir persönlich am Besten gefällt: Ein userzentriertes Bezahlsystem, d.h. die Tantiemen werden pro User errechnet und ausgeschüttet.

    Ein Rechenbeispiel an meinem Fall: Ich denke eine 60/40 Aufteilung wäre fair. Wenn von meinen 10€ Abo, 4€ Abo an die Technologie und Administration gehen, die dafür zuständig ist, dass ich alles gut und ruckelfrei hören kann, ist das ein fairer Anteil. Dann würden 6€ pro Monat für die Künstler*innen übrig bleiben. Das wären bei mir im April dann z.B. 0,0588 € pro Stream gewesen. Hätte ich in einem Monat dann z.B. ein Album geliebt und es z.B. 5x angehört, dann würden die Musiker von diesem Album für dieses Monat 2,94 € erhalten (10 Stücke x 5 mal durchgehört x 0,0588 € im April).

    Das Schöne an dem userzentrierten Abrechnungsmodell wäre, dass Nischengeschmäcker gut neben dem Mainstream (der immer noch sehr gut verdienen würde!) überleben könnten und damit wäre die Unausgewogenheit des derzeitigen Marktes überwunden. Es wäre transparent und motivierend, für Hörer*innen als auch für Künstler*innen.

    https://youtu.be/Kqlc8LUEq00